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am 17. August 2020

Grüne Wände für weniger Hitze in der Stadt!

Viktor Schwabl - Der Verkauf von Klimaanlagen nimmt deutlich zu. Dadurch steigt nicht nur der Stromverbrauch, auch die Abwärme der Geräte heizt die Stadt zusätzlich auf. Dabei wäre es sehr einfach, die Raumtemperatur mit Hilfe von Fassadenbegrünung zu senken.

​​​​​​Gerade im sehr dicht besiedelten Teil des Bezirks existieren zu wenig Grünflächen. Die Fassaden der Häuser stellen eine große ungenutzte Fläche dar, die sich oft ideal zum Begrünen eignet. Durch das Projekt „50 grüne Häuser“ wurden letztes Jahr bei einigen Gebäuden im Bezirk Pflanzentröge mit unterstützenden Rankhilfen errichtet. 

Aktuell wird am Verwaltungsgebäude der Wiener Wasserwerke an der Gudrunstraße eine Vorrichtung für Fassadenbegrünung errichtet. Das bekannteste Beispiel ist die Grünfassade des Hauses der MA 48 am Margaretengürtel. Sie feiert heuer ihr zehnjähriges Bestehen.

Man sieht - Fassadenbegrünungen liegen im Trend!

Fassadenbegrünungen bringen auch viele Vorteile:

Die direkte Sonneneinstrahlung wird durch die dichten Blätter bestens abgeschattet. Durch diese Dämmwirkung der Grünfassade heizt sich im Sommer die Fassade nicht zu stark auf, wodurch die Raumtemperatur viel erträglicher ist.

Im Winter hält die Grünfassade die Wärme des Gebäudes. Somit spart man neben Energie auch noch Heizkosten. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die Fassade durch eine Fassadenbegrünung besser vor Verwitterung wie UV-Strahlung und Regen geschützt ist.

Ein weiterer positiver Effekt ist die Kühlung der lokalen Umgebung. Regenwasser kann für die Bewässerung der Pflanzen genutzt werden. Durch das Verdunsten des Wassers über die Pflanzen kommt der Kühleffekt zustande und trägt so zu einem besseren Mikroklima bei.

Das geringere Aufheizen der Fassaden und das Kühlen der Umgebung durch die Pflanzen hilft sogenannte Urbane Hitzeinseln zu reduzieren, wodurch gerade in heißen Nächten die Umgebung viel rascher abkühlen kann. Das steigert die Lebensqualität  der Bewohner*innen und der Menschen, die sich auf der Straße bewegen und bietet zusätzlich einen ästhetischeren Anblick, als eine Graue Mauer.

Aus der Perspektive des Umweltschutzes haben Fassadenbegrünungen auch mehrere Vorteile: die Luft wird gefiltert und gereinigt. Sauerstoff wird produziert, der Straßenlärm wird gedämpft und die Pflanzen an der Fassade leisten - insbesondere für Insekten -  einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Das Potenzial für Grünfassaden gibt es an fast jeder Hausmauer im Bezirk.

Die Stadt Wien hat einen umfangreichen Leitfaden herausgegeben, in dem weitere Details über die positiven Effekte, aber auch über die technischen und botanischen Anforderungen für die Errichtung erklärt sind. Weiters fördert  die Stadt die Errichtung von Fassadenbegrünungen bis zu 5200€. 

Für den Bezirk fordern wir die Errichtung von Fassadenbegrünungen an öffentlichen Gebäuden und insbesondere an Gemeindebauten, um so die Wohnqualität der Bewoher*innen zu steigern.

Besonders Kindergärten und Schulen eignen sich für Fassadenbegrünungen. Nicht nur für eine angenehme Temperatur in den Klassen und Aufenthaltsräumen, sondern auch, weil es auch der ausdrückliche Wunsch der Schüler*innen in Favoriten ist. 

Als Klimaschutzbezirk hat Favoriten die Verantwortung, Maßnahmen für den Klimaschutz in Vorbildwirkung umzusetzen.

Dafür setzen wir uns ein.

Weiterführende Infos:

Projekt 50 grüne Häuser

Infos zur Fassadenbegrünung und Förderung: