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am 12. August

Leerstand verringern

Christian Faulmann - In Favoriten stehen viele Gassenlokale auch in belebten Straßen leer. Es braucht neue Konzepte, wie Zwischennutzungen oder die Übersiedlung von Büros in die Erdgeschosse.

An vielen Stellen Favoritens stehen zahlreiche Erdgeschosslokale leer und jene, die genutzt werden, bringen uns oft nicht die Vielfalt die man sich wünscht. Gerade die Erdgeschossbereiche prägen unser Bild, beeinflussen die Aufenthaltsqualität im Straßenraum und sind mitentscheidend über unser Wohlbefinden in diesem Grätzel. 

Der Immobilienmarkt spürt die sinkende Nachfrage, da der stationäre Handel abnimmt und sich verlagert. Die Eigentümer vermieten daher Erdgeschosszonen oftmals anderweitig, zum Beispiel als Lager oder bauen diese zu Garagen um. Neuen Mieter*innen begegnet man womöglich mit vorbehalten und diverse Zwischennutzungskonzepte oder Neugründungen scheitern oft an der Suche eines passenden Standortes. 

Leider findet man diese Leerstände in Favoriten seit Jahren nicht nur in wenig frequentierten Nebengassen, sondern auch auf der belebten Favoritenstraße, vor allem vom Keplerplatz stadteinwärts. Hier entwickelt sich seit Jahren eine gefährliche Spirale aus wachsendem Leerstand, der die Gegend unattraktiver macht und dadurch abnehmende Aufenthaltsqualität, die wiederum mehr Leerstand zur Folge hat. 

Es gibt einige Initiativen wie vor allem „Kreative Räume Wien“, die Servicestelle für Leerstandsaktivierung und Zwischennutzung der Stadt Wien, die als Vermittler und zwischen Vermieter/in und potenziellem Mieter auftritt, mit dem Ziel, den Leerstand in Erdgeschosszonen zu reduzieren. 

Büros und Arztpraxen in die Erdgeschosse

Eine eigentlich sehr simple Lösung wäre es, wenn man Berufsgruppen, die man normalerweise in den oberen Stockwerken eines Hauses antrifft, in Erdgeschosslokale vermitteln kann. Beispielsweise wären das Ärzt*innen, Rechtsanwält*innen, Architekt/innen oder Steuerberater*innen also Berufsgruppen, die täglich von Menschen frequentiert werden. Hier muss aber der Mietpreis angepasst werden, da keine dieser Berufsgruppen dies machen wird, nur um die eigenen Kosten zu erhöhen. 

Ein schöner Nebeneffekt wäre dadurch auch gegeben: es wird dadurch Wohnraum verfügbar gemacht! 

Mit leichten baulichen Maßnahmen kann man leerstehende Geschäftslokale in weniger frequentierten Gassen auch zu Wohnraum umbauen, wie es zB in London, Amsterdam, Rotterdam, Hamburg und Berlin seit Jahren vorgemacht wird.

Auf alle Fälle benötigt es, neben dem guten Willen aller beteiligten Personen, auch ein klares Förderkonzept, dass sowohl beim Umzug in ein Erdgeschosslokal als auch bei Neugründung hilft.