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am 23. November 2020

Tag gegen Gewalt an Frauen

Michaela Schmidt - Der 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen an diesem Tag Veranstaltungen, die der Stärkung von Frauenrechten helfen sollen. Dabei soll auf alle Varianten von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt aufmerksam gemacht werden.

Gewalt an Frauen passiert auf der ganzen Welt und ist ein globales Problem. In Österreich erlebt jede 5. Frau ab ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt. Dabei hat Gewalt gegen Frauen viele Gesichter. Am häufigsten ist jedoch häusliche Gewalt, also körperliche Gewalt durch eine vertraute Person im gemeinsamen Haushalt. ​

Der 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen an diesem Tag Veranstaltungen, die der Stärkung von Frauenrechten helfen sollen. Dabei soll auf alle Varianten von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt aufmerksam gemacht werden. Mit dem 25. November beginnt auch dieses Jahr die Aktion "16 Tage gegen Gewalt an Frauen". Hierbei veranstalten Fraueninitiativen weltweit Aktionen und Veranstaltungen, um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. Auf der ganzen Welt werden dabei zudem Gebäude in Orange beleuchtet, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen („Orange the World“). In Wien werden das z.B. unter anderem das Burgtheater, das Parlament und das Weltmuseum sein. Die Aktion läuft bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. 

Häusliche Gewalt

Gewalt an Frauen passiert auf der ganzen Welt und ist ein globales Problem. In Österreich erlebt jede 5. Frau ab ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt. 2019 wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik  beinahe 40 Frauen in Österreich ermordet. Seit 2014 (19) hat sich die Zahl der Morde an Frauen in Österreich  verdoppelt. Dabei hat Gewalt gegen Frauen viele Gesichter. Am häufigsten ist jedoch häusliche Gewalt, also körperliche Gewalt durch eine vertraute Person im gemeinsamen Haushalt. 2019 wurden rund 8.000 Betretungsverbote von der Polizei verhängt, fast 20.000 Opfer häuslicher Gewalt wurden von den Gewaltschutzzentren betreut. Rund 83% der Opfer waren Frauen und Mädchen und 90% der Gefährder männlich. 

Gerade die aktuellen Umstände durch COVID-19 führten bereits während dem ersten Lockdown zu vermehrter häuslicher Gewalt. Denn wenn Familien die meiste Zeit miteinander zu Hause verbringen, steigt das Risiko von Überforderungen und Stress. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Männer, die ohnehin bereits zu Gewalt neigen, diese auch an Frauen und Kindern ausüben. Diese Männer haben nicht gelernt, Konflikte und Probleme gewaltfrei zu lösen. Und für die betroffenen Frauen ist es in Quarantänezeiten noch schwieriger, Hilfe, etwa in Form von Frauenhäusern, in Anspruch zu nehmen. 

Häusliche Gewalt hängt dabei nicht, wie oft angenommen, mit der Herkunft der Frauen zusammen. Es macht keinen Unterschied, ob die Frauen bzw. Familien Migrationshintergrund haben oder nicht. Und es ist für alle Frauen schwierig, sich aus dieser Gewaltsituation zu befreien. Denn Frauen in einer Gewaltbeziehung müssen nicht nur aus der Beziehung, sondern auch ihrem gesamten Leben „ausbrechen“. Wenn sie Kinder haben, müssen sie auch diese aus ihrer gewohnten Struktur holen. Zudem sind leider auch heutzutage noch sehr viele Frauen wirtschaftlich vom Partner abhängig.

Allerdings haben es Migrantinnen, die von Gewalt betroffen sind, häufig besonders schwer sich aus einer Situation häuslicher Gewalt zu befreien. Dies liegt z.B. an fehlendem Wissen über das Sozial- und Rechtssystem und an fehlendem Vertrauen in Polizei und Justiz. Sprachbarrieren, größere Abhängigkeiten vom Partner, aber auch die fehlende Unterstützung von Familie und Verwandten, machen die Situation für Migrantinnen  im Vergleich zu betroffenen Österreicherinnen noch schwieriger. 

Initiativen für Wien/Favoriten

Gewalt gegen Frauen ist zum Teil das Ergebnis veralteter Rollenbilder, in denen Mädchen und Frauen abgewertet werden. Deswegen setzen sich die Grünen dafür ein, dass Buben und Männer professionelle pädagogische Begleitung erhalten, die auf Gleichstellung abzielt und sie darin unterstützt, sich von alten Vorstellungen zu lösen. Damit soll vorbeugend das Risiko von Gewalt an Frauen und Mädchen reduziert werden.

Dennoch braucht es auch Initiativen, um häusliche und sexualisierte Männergewalt an Frauen und Mädchen sichtbar zu machen. Das internationale Projekt „StoP – Stadtteil ohne Partnergewalt“ setzt im direkten Umfeld der Betroffenen an und baut in der unmittelbaren NachbarInnenschaft ein Unterstützungsnetzwerk gegen Partnergewalt an Frauen und Mädchen auf. Bisher wurde das Projekt erolgreich in Margareten umgesetzt. Die Grünen setzen sich für eine wienweite Umsetzung ein. Wir Grünen Favoriten würden dieses Projekt gerne im 10. Bezirk unterstützen. 

An wen kann ich mich im Ernstfall wenden?

- Polizei unter 133 oder 112

- Frauenhelpline 0800/ 222 555

Weitere Anlaufstellen bei Gewalt