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am 6. November 2017

Denkmal für zerstörte Synagoge am Humboldtplatz

Alexandra (Sascha) Resch - Am 10. November 1938 wurde die Synagoge am Humboldtplatz zerstört. Nun wurde gegenüber des ehemaligen Standortes ein schönes Denkmal fertiggestellt, das die Umrisse der Tempelfassaden und - als Grafik auf der Sockeloberfläche aufgetragen - die Innenräume des Tempels darstellt.

​Auf dem Weg von der Haltestelle der U1 am Keplerplatz zum neuen Sonnwendviertel beim Hauptbahnhof Wien gehen viele Menschen durch die Keplergasse und am Haus Humboldtplatz Nr.7 (Eckhaus) vorbei. An diesem Platz stand bis zum 10. November 1938 der im Jahre 1896 fertiggestellte Humboldttempel. Am Haus Nr.7 hängt an der Westseite und an der Südseite (neben dem Briefkasten) je eine Tafel, auf der an die Zerstörung des Tempels erinnert wird.​

Zur Erinnerung an den Humboldttempel, der in der Nacht vom 9. zum 10. Nov. 1938 angezündet und zerstört worden war, hat Favoriten im Humboldtpark, gegenüber dem ehemaligen Standort des Tempels, ein Denkmal errichtet. Dieses Denkmal wird nun feierlich der Öffentlichkeit übergeben.
"Kulturraum10, der Verein für Bezirks- und Alltagskultur" gab die Anregung dazu, dieses Denkmal zu errichten und wurde dabei von der Bezirksrätin Sascha Resch (Grüne), der Vorsitzenden des Arbeitskreises Gedenkpolitik der Bezirksvertretung unterstützt. Aufgrund eines einstimmigen Beschlusses der Bezirksvertretung Favoriten hat die Künstlerin und Architektin Barbara Asimus das bemerkenswerte Denkmal entworfen und dessen Errichtung begleitet.

ENTHÜLLUNG DES DENKMALS AN DEN HUMBOLDTTEMPEL

Termin:  Fr. 10. November, Beginn 14:30 Uhr

​Ort:         Humboldplatz in Favoriten (Öffis: U1 Keplerplatz, 14A  HS Scheugasse)

Die Favoritner Grünen und der Bezirksvorsteher von Favoriten
laden herzlich dazu ein, an der folgenden Feier teilzunehmen.

​Am 2. November 2017 wurde nun im Humboldtpark, gegenüber Haus Nr.7 ein schönes Denkmal fertiggestellt, das die Umrisse der Tempelfassaden und - als Grafik auf der Sockeloberfläche aufgetragen - die Innenräume des Tempels darstellt. Das gläserne Denkmal steht auf einem Betonsockel mit den Inschriften: 

  • ​Humboldttempel 1896-1938. Zerstört in der Pogromnacht 10.11.1938
  • ​Niemand hat das Recht zu gehorchen. (Hannah Arendt)​

Der Humboldttempel, geplant vom Architekten Jakob Gartner, gehörte dem Israelitischen Tempelverein für den 10. Bezirk und bot Platz für ca. 700 Besucher_innen. Der Verein wurde von den Nazis aufgelöst und das Eigentumsrecht an der Liegenschaft Richard und Friedrich Vojta übertragen. 

Auf Antrag der Israelitischen Kultusgemeinde, welche in die Rechte des aufgelösten Tempelvereins eingetreten war, wurde ihr das Eigentumsrecht 1949 zurückgegeben, allerdings ohne Anspruch auf Kaufpreisentschädigung, denn die Liegenschaft war als Aufbauumlage 1945 eingezogen worden. 1954 wurde dort von der Wirtschaftsgenossenschaft Wiener Molkereien, Käsereien und Milchgroßhandel (EMKA) ein Wohnhaus errichtet. Diese Genossenschaft musste sich verpflichten, eine Gedenktafel anzubringen, die allerdings so hoch oben hängt, dass sie kaum sichtbar und schon gar nicht lesbar ist. Seit 1956 gehört das Gebäude dem Verein der Freunde des Wohnungseigentums. 

Die Favoritner Grünen haben sich in der Kulturkommission dafür eingesetzt, eine zweite, gut sichtbare Gedenktafel an der Südseite des Hauses anzubringen. Kulturraum 10, der Verein für Bezirks- und Alltagskultur in Favoriten, hat nach jahrelangem Drängen erreicht, dass nun das von der Architektin und Künstlerin Barbara Asimus entworfene Denkmal im Humboldtpark steht. Das Favoritner Bezirksparlament (Bezirksrat) hat einstimmig beschlossen, dieses Denkmal aus Mitteln des Bezirksbudgets zu finanzieren.


Weitere Infos unter: Vereinssynagoge des Israelitischen Tempel- und Schulvereins für den 10. Gemeindebezirk Favoriten