Bezirke
Navigation:
am 28. August

Alltags-, Lese- und Hochkultur in Favoriten

Oswald Kuppelwieser - 81,6 % der Österreicher_innen gaben bei einer Befragung an, im Jahr 2000 keine Bibliothek besucht zu haben. Laut PISA-Studie 2001 wurde von mehr als der Hälfte aller befragten Schüler_innen erklärt, „keine große Freude am Lesen“ zu haben.

Und 38,1 % der österreichischen Staatsbürger über 15 Jahren gaben bei einer statistischen Erhebung im Dezember 2000 an, im Jahr 2000 kein einziges Buch gelesen zu haben. Den Stellenwert des Lesens und der Bibliotheken in der Gesellschaft zu heben ist sicherlich kein leichtes Unterfangen, aber die Lesekultur in unserem Land zu stärken lohnt den Aufwand allemal, auch in Favoriten.

Wie schaut’s hier im Bezirk aus?

Drei städtische Büchereien gibt es in Favoriten, und keine davon hat am schulfreien Samstag geöffnet, wenn Kinder und Eltern Zeit für einen Besuch haben. Keine hat einen so modernen, hohen technischen  Standard und auch kein so breites Angebot wie die Zentrale am Urban-Loritz-Platz oder wie die Meidlinger Zweigstelle im Einkaufszentrum Arcade.

Soll Lesen weiterhin eine Säule unserer kulturellen Fähigkeiten bleiben, dann müssen wir Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene zum Lesen verlocken – in und mit einer zeitgemäßen öffentlichen Bücherei. Die Favoritner Grünen haben deshalb gleich nach den Bezirks- und Gemeinderatswahlen 2015 den Antrag auf Errichtung einer neuen städtischen Bücherei in Favoriten gestellt, den alle im Bezirksrat vertretenen Parteien unterstützt haben. Wir warten noch immer darauf und bleiben dran.

Auftrittsmöglichkeiten fehlen im Bezirk

In Wien können wir großartige künstlerische Darbietungen von Volks- über Alltags- bis Hochkultur genießen, leider selten in Favoriten. Viele Künstler_innen würden gern hier auftreten, denken wir nur an die vielen Kabarettgrößen, die hier zu Hause waren, aber es fehlt ein entsprechendes multifunktionales Kulturzentrum. Im neuen Sonnwendviertel hätte es eine Chance gegeben, so ein Gebäude zu errichten. Sie wurde verpasst. Nun hoffen Optimisten, dass im Bereich des Neuen Landguts an der Laxenburger Straße in der Gösserhalle etwas Brauchbares entsteht. Ja, die Favoritner Grünen setzen sich auch dafür ein, aber das zeitgemäße Multifunktions- und Veranstaltungszentrum wird woanders in Wien gebaut, nicht in Favoriten, wo mehr als zehn Prozent der Wiener_innen wohnen.

Trotzdem gibt es in Favoriten viele aktive Künstler_innen sowie kleine Kulturzentren und -initiativen. Die „Nachbarschaftsinitiative“ des Belvedere 21​ machte einige davon sichtbar. Die meisten sind in Favoriten kaum bekannt, und der Bezirk hat es bis heute nicht zustande gebracht, eine digitale Veranstaltungsplattform zu schaffen, auf der alle ihre Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen etc. bewerben können. Die Favoritner Grünen werden sich jedenfalls weiterhin kulturpolitisch engagieren und die Unterstützung vonseiten der Stadt Wien einfordern.