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am 8. Februar

Favoriten lebenswerter machen - Was nach dem Parkpickerl jetzt besser werden kann

Wolfgang Erasmus Schöpp - Durch die Einführung der Parkraumbewirtschaftung und die Verlängerung der U1 hat sich die Verkehrssituation in Favoriten verändert. Daraus ergeben sich die Möglichkeit und die Notwendigkeit über weitere Maßnahmen nachzudenken.

 Die Grünen Favoriten haben bei der TU Wien eine Studie in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, eine Zusammenfassung der Probleme und Möglichkeiten zu erstellen, die sich aus diesen Veränderungen ergeben. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Bezirksteil zwischen Gürtel und Raxstraße (Innerfavoriten), da dort die stärksten Veränderungen zu erwarten waren.

 

In der Studie wurden zahlreiche verkehrspolitische Mängel erhoben. Hier einige Beispiele:

 

  • Innerfavoriten ist geprägt von Schrägparkspuren, die den Bezirksteil abseits der Hauptverkehrswege dominieren

  • Die Radfahr-Infrastruktur ist nur schwach ausgebaut. Dies betrifft sowohl Radfahranlagen wie auch Abstellanlagen und die Öffnung von Einbahnen.

  • Verringerung der Unfallzahlen durch Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Verbesserung der Sichtachsen an Kreuzungen. Insbesondere bessere Absicherung der Schulwege (rund 60 Schulen, davon 30 Volksschulen)

  • Sehr knapper Grün- und Erholungsraum, Nachpflanzungen nach Baumschutzgesetz forcieren

Das Parkpickerl und die damit einhergehenden Umbauten der Verkehrsflächen sollen drei zentrale Effekte haben: Geringere Überparkung, mehr Grün- und Erholungsraum und mehr Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen. Durch einen maßvollen, vernünftigen Umbau der Verkehrsflächen kann auch verhindert werden, dass GaragenbesitzerInnen die durch das Parkpickerl frei gewordenen Flächen neuerlich verparken.

 

Vorschläge für mehr Sicherheit für AutofahrerInnen und FußgängerInnen:

 

  • An besonders unübersichtlichen Kreuzungen soll es Gehsteigverbreiterungen und eine übersichtlichere Gestaltung der Sichtachsen geben. Damit können AutofahrerInnen die Kreuzung besser überblicken und FußgängerInnen kommen sicher auf die andere Seite.

  • Gehsteigverbreiterungen soll es auch im Umfeld von Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Schulen) geben. Mehr zum Schulumfeld siehe weiter unten.

  • Aufpflasterungen bzw. Fahrbahnerhöhungen zur Temporeduktion.

  • Anwendung und Einrichtung des Superblock-Konzepts, welches auf dem Prinzip der selektiven Durchlässigkeit beruht, kann in einem ersten Schritt äußerst schnell und kostengünstig mittels verkehrsorganisatorischen Maßnahmen, Bodenmarkierungen und Pflanzentrögen erfolgen.

 

Vorschläge für mehr Sicherheit im Radverkehr und mehr Grünraum:

 

  • Radfahren gegen die Einbahn flächendeckend.

  • Radwege im hochrangigen Straßennetz.

  • Grünkorridore schaffen, etwa durch Baumpflanzungen zwischen Parks, damit diese besser verbunden werden. Das schafft ein besseres Mikroklima und schützt vor urbanen Hitzeinseln im Sommer.

  • Baumscheiben in der Parkspur.

  • Hauptradrouten und Flaniermeilen berücksichtigen.

  • Verkehrsflächen entsiegeln und begrünen.

 

Vorschläge für sichere Schulwege und Schulumfeld:

 

Verkehrstechnische Maßnahmen Piktogramme („Schule“) bzw. Hinweisschilder

  • ​​​​​​Schutzwege (Zebrastreifen)
  • Verkehrslichtsignalanlagen (Ampeln)
  • Schülerlotsen
  • Temporäre Fahr-, Halte- und Parkverbote
Bauliche Maßnahmen: ​​​​
  • Fahrbahnanhebung ("Aufpflasterung")
  • Gehsteigvorziehung
  • Fahrbahnversatz
  • Mittelinsel (Fahrbahnteiler)


Wolfgang E. Schöpp, Klubobmann der Grünen Favoriten: „Diese Studie der TU Wien zeigt, dass im Bezirk viel Verbesserungspotential vorhanden ist. Wir Grüne werden versuchen, die Empfehlungen der TU Wien für die Favoritner Bevölkerung bestmöglich umzusetzen. Zentrales Anliegen ist, dass der Bezirk sicherer, grüner und lebenswerter wird. Wir werden darauf achten, dass die Verbesserungen im öffentlichen Raum rasch, kostengünstig und mit Augenmaß umgesetzt werden. Das Lebensumfeld soll für alle FavoritnerInnen dadurch verbessert und aufgewertet werden“.

 

Derzeit laufen die Planungen für eine Prioritätensetzung der Maßnahmen. Die Studie gibt’s zum Download in der Box nebenan: